Arznei-Engelwurz

Botanischer Name Angelica archangelica
Deutscher Name Arznei-Engelwurz, Engelwurz
Familie Doldenblütler (Apiaceae)
Verwendete Pflanzenteile Wurzel, Samen, gelegentlich Blätter
Hauptwirkung Verdauungsfördernd, appetitanregend; traditionell auch auswurffördernd
Inhaltsstoffe (Auswahl) Ätherisches Öl (Monoterpene), Bitterstoffe, Cumarine/Furocumarine
Geschmack & Duft Bitter-aromatisch, warm-würzig

Arznei-Engelwurz (Angelica archangelica) ist eine aromatische Doldenblütler-Pflanze, deren Wurzel traditionell zur Unterstützung der Verdauung und bei vorübergehendem Appetitmangel verwendet wird. Charakteristisch sind der warm-würzige Duft, die Bitterstoffe und ätherischen Öle.

🌿 Wirkung & Anwendung

  • stärkt Magen, Darm und Immunsystem
  • wirkt krampflösend, verdauungsfördernd, antibakteriell
  • unterstützt bei Husten, Erkältung, innerer Schwäche
  • kräftigend, schützend, erdend – auch auf seelischer Ebene

Für die Selbstanwendung gilt: Wenn Beschwerden länger anhalten, wiederkehren oder sehr stark sind, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.

🫖 Anwendungsmöglichkeiten

Für den Alltag wird Engelwurz meist als Abkochung genutzt, weil die Wurzel recht fest ist. Dafür werden kleine Wurzelstücke in Wasser kurz aufgekocht und einige Minuten ziehen gelassen; geschmacklich ist das intensiv, daher wird Engelwurz oft mit milderen Kräutern kombiniert. Alternativ ist eine Tinktur (Alkoholauszug) üblich, die sehr sparsam dosiert wird und vor allem als Bitter vor dem Essen genutzt wird.

Kulinarisch sind kandierte Stängel oder kleine Mengen Wurzel/Aroma in Likören bekannt. Bei empfindlichem Magen ist es sinnvoll, niedrige Mengen zu verwenden, weil Bitterkeit und ätherische Öle deutlich wahrnehmbar sind.

🍯 Rezeptideen

Für eine Tasse werden etwa 1/2 bis 1 Teelöffel fein geschnittene Engelwurz-Wurzel mit Wasser angesetzt, kurz aufgekocht und dann 5–10 Minuten zugedeckt ziehen gelassen. Der Geschmack ist kräftig; wer mag, kombiniert mit Fenchel oder Kamille, um die Mischung runder zu machen. Als Begleitung zur Verdauung wird der Tee oft in kleinen Mengen, langsam getrunken.

Haltbarkeit

Getrocknete Wurzel bleibt in einem gut schließenden Glas, dunkel und trocken gelagert, meist viele Monate aromatisch. Der fertige Tee sollte frisch zubereitet werden; Reste sind im Kühlschrank nur kurz sinnvoll (maximal bis zum nächsten Tag), weil Aroma und Qualität schnell nachlassen.

  • 1/2 Teelöffel Engelwurz-Wurzel, fein geschnitten
  • Wasser

Für eine Tasse werden etwa 1/2 bis 1 Teelöffel fein geschnittene Engelwurz-Wurzel mit Wasser angesetzt, kurz aufgekocht und dann 5–10 Minuten zugedeckt ziehen gelassen. Der Geschmack ist kräftig; wer mag, kombiniert mit Fenchel oder Kamille, um die Mischung runder zu machen. Als Begleitung zur Verdauung wird der Tee in kleinen Mengen langsam getrunken.

Haltbarkeit

Getrocknete Wurzel bleibt in einem gut schließenden Glas, dunkel und trocken gelagert, meist viele Monate aromatisch. Der fertige Tee sollte frisch zubereitet werden; Reste sind im Kühlschrank nur kurz haltbar (maximal bis zum nächsten Tag), weil Aroma und Qualität schnell nachlassen.

Bittertinktur „Engelwurz“ (Auszug)

Ein Schraubglas wird locker mit getrockneter Engelwurz-Wurzel befüllt und mit 40–50%igem Alkohol übergossen, bis alles bedeckt ist. Der Ansatz zieht 2–4 Wochen dunkel, wird gelegentlich geschwenkt und anschließend filtriert. Üblich ist eine sehr sparsame Anwendung in Tropfenform, etwa vor dem Essen.

Haltbarkeit

In braunen Tropfflaschen, dunkel gelagert, ist eine Tinktur in der Regel über viele Monate bis etwa ein Jahr stabil. Wichtig ist sauberes Arbeiten und dichtes Verschließen.

Kandierte Engelwurz-Stängel

Junge, zarte Stängel werden geschält, in Stücke geschnitten und in einem leichten Zuckersirup mehrfach kurz aufgekocht und wieder abkühlen gelassen, bis sie glasig werden. Anschließend werden sie abgetropft und in Zucker gewälzt. Das Ergebnis ist ein klassischer, aromatischer Konfekt-Baustein für Gebäck.

Haltbarkeit

Vollständig getrocknet und luftdicht gelagert halten kandierte Stücke meist mehrere Wochen. Feuchtigkeit ist der Hauptgegner; daher sind Glas und trockener


🌿 Arznei-Engelwurz

Schutzkraut, Wurzelkraft, Atemöffner

Die Arznei-Engelwurz (Angelica archangelica) ist eine stattliche, aromatisch duftende Pflanze mit langer Heiltradition. Ihre Wurzel, oft als "Angelikawurzel" bezeichnet, wurde bereits in Klostergärten kultiviert – als Schutzpflanze, Magenkraut und Räuchermittel.

Achtung: Die Arznei-Engelwurz gilt als schwach giftig.

🌱 Pflanzenporträt

  • Botanischer Name: Angelica archangelica
  • Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Erntezeit der Wurzel: Spätherbst des 1. Jahres oder zeitiges Frühjahr
  • Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Samen, gelegentlich Blätter


🌙 Volksglaube & Symbolik

Die Engelwurz galt als Schutzpflanze gegen „böse Luft“ und Krankheit. In alten Zeiten wurde sie getrocknet getragen oder im Haus aufgehängt.

Auch heute noch wird sie in Ritualen für Stärkung, Klarheit und innere Führung verwendet – z.B. als Räucherung.

🍵 Anwendungsmöglichkeiten

  • als Tee oder Tinktur bei Magenbeschwerden, Erkältung
  • Räucherwerk für Schutz & Klarheit (Wurzel oder Samen)
  • in Kräuterbädern, Brustsalben oder Hustentees
  • harmoniert mit Thymian, Salbei, Eibisch oder Fenchel

🕯️ DIY-Ideen

🌕 Monatszuordnung

Kräuter im Oktober (Wurzelernte) → Kräuter im Februar (getrocknet für Tees) → Kräuter im Dezember (Räucheranwendung)

🌱 Im Garten

Engelwurz ist meist zweijährig und bildet im ersten Jahr eine kräftige Blattrosette, im zweiten Jahr den hohen Blütenstand. Sie mag frische bis feuchte, nährstoffreiche Böden und fühlt sich in Halbschatten oder an sonnigen Stellen mit ausreichender Bodenfeuchte wohl. Ausgesät wird am besten frisch oder im Herbst, da viele Samen eine Kältephase zur Keimung bevorzugen.

Wer die Wurzel ernten möchte, plant die Ernte oft im Herbst des ersten Jahres oder im sehr frühen Frühjahr des zweiten Jahres, bevor die Pflanze viel Energie in den Blütenstängel steckt.

⚠️ Hinweise

Engelwurz enthält auch Cumarine und Furocumarine. Bei empfindlichen Personen kann das Thema Lichtempfindlichkeit relevant sein, insbesondere bei konzentrierten Zubereitungen oder hautnaher Anwendung; im Zweifel ist ein vorsichtiger Umgang mit starker Sonne sinnvoll.

In Schwangerschaft wird Engelwurz üblicherweise nicht empfohlen, und in Stillzeit wird häufig zur Rücksprache geraten.

Wer Blutverdünner einnimmt oder relevante Vorerkrankungen hat, klärt eine regelmäßige Nutzung am besten fachlich ab. Wenn Beschwerden anhalten oder sich verschlimmern, sollte medizinischer Rat eingeholt werden.<ref>https://webprod.hc-sc.gc.ca/nhpid-bdipsn/dbImages/mono_angelica_english.pdf</ref><ref>https://www.e-lactancia.org/media/papers/Angelica_archangelica-EMA2007.pdf</ref><ref>https://www.escop.com/downloads/angelicae-radix-angelica-root/</ref>


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